Dass Großstadtkinder glauben, Kühe wären lila, stimmt nicht wirklich. Aber dass Großstadterwachsene sich nie gewundert haben, dass Kühe keine Hörner haben, habe ich gestern Abend selbst bemerkt. Haben sie nämlich eigentlich schon.
Archiv der Kategorie: *wunder*
– Paradoxon

Die längsten Fusswege muss man heutzutage dort zurücklegen, wo es eigentlich um möglichst schnelle & weite maschinelle Beförderung geht. Am Flughafen. (Mit einigem Abstand auf Platz zwei: IKEA.)
– Vermieterlogik
Was ist bitte die Idee dahinter wenn Termine für Wohnungsbesichtigungen gern auf einen Wochentag 12:00 Uhr gelegt werden und dann am besten die letzten 200 Einkommensnachweise zu je 5000 Euro Netto vorgelegt werden sollen?
– Google Links, besser mit oder ohne Werbung?
Ist mir in der Vergangenheit ein paar mal passiert und ich bräuchte Entscheidungshilfe/ -argumente:
Google liefert als Suchergebnis das, was ich finden wollte, und präsentiert diesen Link in zwei Versionen; einmal als regulären Suchtreffer, zusätzlich (darüber oder daneben) auch noch als ‚announcierten‘ Werbelink. Wo soll ich drauf klicken?
Wenn man das reguläre Suchergebnis klickt, passiert wohl nichts weiter spannendes. Wenn man den bezahlten Werbelink klickt, wird höchstwahrscheinlich ein kleiner Geldbetrag den Besitzer wechseln – vom Betreiber der verlinkten Seite zu Google. Ist das gut oder schlecht? Will man Geld von Werbenden zu Google bewegen? Oder nur wenn die Werbenden große Konzerne sind? Oder gar nicht weil Google doch böse ist? Oder schon um zu signalisieren, dass diese Onlinewerbung doch ganz nützlich sein kann?
In obiger Sitaution zögere ich jedes Mal eine halbe Sekunde. Ohne Quatsch.
– Perspective-Localized Painter
Klingt lustig, sieht auch so aus. Müsste man mal in natura anschauen:
Geometrischen 2D-Formen im öffentliche (3D) Raum
[via spreeblick]
– Unerwartete Aussichten
Mit dem ehemaligen Ringbahnsteig am Ostkreuz ist es wie mit dem Palast der Republik. Waren schon immer da, kennt man nicht anders – und dann kommt man mal wieder vorbei und alles ist weg. Ganz neue Sichtachsen, etwas schockierend. Man hat zwar vorher schon gehört, dass die Dinge verschwinden sollen/ werden; aber wenn es dann soweit ist, ist man schon ein wenig baff. Bestimmte Formationen haben sich über 25 Jahre im Gehirn festgesetzt. Mal schauen ob der Fernsehturm auch noch verschwindet – das wird merkwürdig.

PS: Weder um Palast der Republik noch um den alten Bahnhof Ostkreuz ist es besonders schade (naja, um den bahnhof ein bisschen).
PPS: Mehr zum Ostkreuz und seinen Metamorphosen gibt es hier und dort.
– Energieplatzkarten
Über eine sehenswerte Karte gestolpert:
Der zugehörige Artikel erklärt, wie der Autor die Flächen berechnet hat, die global – jeweils für Photovoltaik oder Offshore Windkraft – für die globale Energieversorgung benötigt werden würden. (…was ein Satz.) Natürlich lässt sich über Annahmen und Berechnungen trefflich streiten. Aber die erste Darstellung würde auch beeindruckend bleiben, wenn man die Fläche verdoppeln und den Wirkungsgrad meinetwegen halbieren würde.
Gerade da, wo sich nun wirklich niemand länger aufhalten will und kann, kann am effektivsten Solarstrom erzeugt werden. Und es gibt viel mehr von diesen Gebieten als man nutzen könnte. Und:
According to the United Nations 170,000 square kilometers of forest is destroyed each year. If we constructed solar farms at the same rate, we would be finished in 3 years.
Tja, alles nicht ganz neu. Aber so graphisch und numerisch aufbereitet, doch ganz beeindruckend. Wer wollte bitte nochmal in Europa neue Atomkraftwerke bauen…?
[via Strom & Gas]
° Großartige winzige Kunst
Es gibt Kunst, die möchte man gerne im Original sehen, aber leider ist das schwierig bis unmöglich. So geht es mir mit den Installationen von Slinkachu. Der britsche streetart-Künstler inszeniert Szenen im öffentlichen Raum mit winzig kleinen Figuren, photographiert sie und lässt sie dann zurück.
Die Photos werden ausgestellt und veröffentlicht. Aber eigentlich würde ich viel lieber eine wäscheaufhängende Frau an der Parkbank entdecken oder die Bergung eines Ertrunkenen in der Regenpfütze der letzten Nacht. Aber dazu gehört eben sehr viel Glück … in London.
Mehr zu sehen und lesen gibt es hier und hier.
– Titten und Arsch, indeed*
Die Wahlplakate für den lokalen Wahlkreis sind… naja, eigenwillig. ‚Bizzar‘, meint die taz.
Zur Vollständigkeit: Grün, SPD und Linke.
* Titel und Thema geklaut gefunden bei Stralau.